Schenken Sie Ihre volle Aufmerksamkeit?

10. Oktober 2020

Aufmerksamkeit

Heute Nachmittag bin ich einem Freund begegnet. Wir sind ins Gespräch gekommen. Dabei hat er mir auf ganz besondere Weise zugehört. Das hat sich wunderbar angefühlt.

 

Es tut so gut, wohlwollend wahrgenommen zu werden. Deshalb habe ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht und bringe hier einige Anregungen für Sie.

Achten Sie kommende Woche doch einmal bei jedem Treffen darauf, wie sehr Sie Ihrem Gegenüber wirklich Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Ich meine damit jede Begegnung, auch die flüchtigen an der Supermarktkasse oder das Gespräch mit einem Arbeitskollegen (vielleicht nur am Telefon): Sind Sie ganz beim anderen? Oder denken Sie nebenbei an etwas anderes, tippen auf dem Telefon herum, nicken eher geistesabwesend oder reden nur selbst nonstop?

Ich meine natürlich vor allem die persönlicheren Beziehungen. Wie oft sind wir gerade zuhause am Multitasken: Mit einem Ohr hinhören, mit dem anderen irgendwas regeln. Sogar mit der Freundin beim Spazierengehen ist die Aufmerksamkeit oft woanders. 

Es geht nicht ums Bewerten. Nicht darum, gleich irgendwas anders oder besser zu machen. 

Vielmehr bitte ich Sie, einfach mal Ihre Wahrnehmung darauf zu richten: Wie sehr bin ich jetzt gerade voll und ganz beim anderen?

Achten Sie auch umgekehrt darauf, wie Sie sich fühlen, wenn jemand ganz bei Ihnen ist. Ihnen also seine Gegenwart schenkt. Und wie es sich anfühlt, wenn jemand nur so tut, als würde er Ihnen zuhören. In Wahrheit aber mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist.

Herzlich
Ihre
Simone Fröch


Bild: © reaschiffer.at